Ich hab’ Facebook, wozu brauch’ ich ein Leben?

Es ist ein geflügeltes Wort und hinter diesem Wort steht ein Phänomen, das längst nicht mehr nur unsere Generation erfasst hat, sondern auch ältere Semester zunehmend fasziniert: Die Rede ist, wie könnte es anders sein, von Facebook.

So ein Account im Gesichtsbuch hat ja auch immense Vorteile: Man kann auf verschiedene Weisen mit Freunden und Bekannten kommunizieren, alle möglichen (mehr oder weniger) interessanten Inhalte teilen usw. usf. Zugegeben, man ist dazu verleitet, es mit dem (Mit-)Teilen etwas zu übertreiben, aber das lesen ja eh nur die paar Freunde, und außerdem: Ein bisschen „Oversharing“ ist doch wirklich nicht sooo schlimm. Oder…? Weiterlesen

Veröffentlicht in Cogitandum

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Es lebe das Bildungsfernsehen!

Nicht erst seit der aktuellen Staffel ist „Germany’s Next Topmodel“ eine Show der Superlative und der Rekorde: Man hat die größten Castings mit den meisten Mädchen, die ausgefallensten Shootings mit den angesagtesten Fotografen. Und rekordverdächtig ist es auch, wie sich die Sendung immer wieder selbst an Niveau unterbietet. Seit heute Abend allerdings hat GNTM offiziell einen Weltrekord inne, und zwar so richtig offiziell, wie Modelmama Heidi Klum stolz zu berichten weiß, „so mit Guinness-Buch… der Weltrekorde“ und so. Weiterlesen

Pragmatisches zur phonetischen Realisierung

Seit einem Semester studiere ich an der Karl Franzens-Universität Transkulturelle Kommunikation (neudeutsch für Dolmetsch-/Übersetzungsstudium). Durch die intensive Auseinandersetzung mit Sprache aus verschiedensten Blickwinkeln bin ich noch pingeliger geworden, was den richtigen Gebrauch von Sprache anbelangt, als ich es ohnehin schon war. Familie und Freunde treibe ich mit dem notorischen Korrigieren sprachlicher Unfeinheiten, falscher Fälle oder Aussprache-Patzern langsam, aber sicher in den Wahnsinn – und, ehrlich gesagt, muss das ja auch wirklich nicht sein, ich selbst sage und schreibe wahrscheinlich genauso viel Blödsinn wie alle anderen.

Anders als bei einer Konversation im Familien- oder Freundeskreis sollte man etwa bei Medienberichten erwarten, dass auf korrekte Ausdrucksweise sorgfältiger geachtet wird. Weiterlesen

Sow the seeds of misinformation! (oder: Wie T-Mobile Anti-Aufklärung betreibt)

Ein 20-jähriger Steirer wandert von Vorarlberg nach Wien, mit dem Ziel, über HIV und AIDS aufzuklären. Das ist Philippes Projekt. Unterstützt wird der junge Mann in seinem einzigartigen und tollen Vorhaben vom österreichischen Mobilfunkanbieter T-Mobile, der 2010 “sein soziales Engagement” weiter ausbaut und deshalb in diesem Jahr seinen Aufmerksamkeitsschwerpunkt auf die Thematik HIV und AIDS legt.
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Willkommen im Dreck!

Es ist dreckig, es ist laut und es stinkt. Es gibt wenig Wasser und keinen Schatten, dafür aber viel Bier und andere alkoholische Getränke. Gegessen und geschlafen wird nur in Ausnahmefällen, aber beides ist ohnehin überbewertet. Genauso wie sanitäre Einrichtungen und über ein Mindestmaß hinausgehende Körperhygiene.

Wer tut sich das freiwillig an, fragt sich da der Außenstehende, und bezahlt auch noch dafür? Weiterlesen

IuS: Festival-Tipps

Natürlich bin ich nicht völlig unvorbereitet auf das Novarock-Festival gefahren, sondern habe vorher eifrig Festival-Tipps im Internet recherchiert. Die besten möchte ich natürlich weiterempfehlen:

In 140 Zeichen an die Welt (oder: Politische Hetze in Facebook, Twitter & Co.)

Eine Meinung zu haben ist eine Sache. Wie man diese Meinung vertritt, eine andere. Zu sagen, man sei gegen den Bau von Moscheen in Österreich, ist legitim – umso mehr, wenn man dies sachlich argumentieren kann. Solche Aussagen dagegen sind es nicht:

Brauchen wir sicher 2 Moscheen in Graz für des scheiß Gsindelwerk

wie geild [sic!] belgien will kopftücher bei türkengsindel und so verbieten :D

Egal, wie man grundsätzlich zur Moscheen-Debatte in Österreich oder zu Migrationsfragen steht – Aussagen dieser Art sind keinesfalls tolerabel und Menschen, die ihre Meinung nur so aritkulieren können, disqualifizieren sich in meinen Augen sowohl auf sachlicher als auch auf menschlicher Ebene in jedem Dialog, jeder Diskussion.
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Ziemlich irrsinniger Blödsinn: Milli, Mitzi und die bösen Katholiken

“Es war einmal ein Mann. Dieser Mann war der Chef des Österreichischen Rundfunks und er hatte einen Traum: den Traum einer neuen Nachrichtensendung auf ORF1, die abgestimmt auf ein junges Publikum in kompakter Form Nachrichten auf einem hohen Niveau liefern sollte. Und weil er ein sehr mächtiger Mann war, erfüllte er sich diesen Traum auch. Die neue Nachrichtensendung nannte er ZIB20. Aber er war ein gieriger Mann und so war ihm eine Nachrichtensendung nicht genug. Deshalb kreierte er auch noch den ZIBflash und die ZIB24.”

Was sich im Märchen so schön anhört und anfangs auch in der Wirklichkeit ganz vielversprechend gewirkt hat, hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren grob gesagt auf das Niveau der Nachrichtensendungen der Privatsender „heruntergesandelt“ – zumindest was die Leistungen der Moderatoren (oder neudeutsch: Anchormen/-women) betrifft. Diese drücken sich sprachlich mehr als schlampig aus, wirken teilweise voreingenommen und geben mehr oder weniger subtil (manchmal auch geradezu unverhohlen) ihre Meinung von sich, selbst wenn das ziemlich unpassend ist.

Interessanterweise reicht es, einen Donnerstagnachmittag vor dem Fernseher zu verbringen, um meine Behauptungen anhand von mehreren Beispielen zu untermauern.
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IuS: Physik à la “BILD” und warum das Blödsinn ist

Es ist zwar sicher nicht die schlimmste, haarsträubendste oder widersinnigste Story in “BILD”, die Berichterstattung über den LHC des CERN und mögliche Gefahren im Zusammenhang mit dieser Maschine - aber es ist durchaus interessant, was “BILD” und andere Medien sich dazu zusammenreimen…

Hier ein sehr guter und auch für Laien wie mich verständlicher Gastbeitrag im “BILDblog”, der mit den Weltuntergangstheorien von “BILD” & Co. aufräumt und auch sonst einiges klarstellt:

Massives spontanes Existenzversagen verschoben « BILDblog.

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Manchmal finde ich es einfach nur erschreckend und beschämend, wie andere Menschen sich verhalten. Auch die zwei folgenden Begebenheiten rufen diese Gefühle in mir hervor.

Das erste Beispiel: Eine junge Frau geht am Karfreitag durch die Grazer Innenstadt und gibt einem alten Mann, offensichtlich einem Bettler, 10 € – eine großzügige Geste. Von den Passanten und Umstehenden wird diese Geste aber nicht etwa positiv wahrgenommen, vielmehr schütteln sie die Köpfe, bedenken die junge Dame mit missbilligenden und feindseligen Blicken und äußern sich abfällig über sie. Egal, wie man grundsätzlich zur Bettler-Debatte steht, man darf nicht aus den Augen verlieren, dass Betteln nicht immer organisierte Geldmacherei ist, sondern der Großteil der Bettler obdach- und mittellose Menschen sind, denen keine andere Möglichkeit bleibt. Insofern finde ich, könnte man gerade zu Ostern einmal ein bisschen über den Tellerrand hinaus schauen und an die denken, denen es weniger gut geht. Keiner muss einem Bettler Geld geben, wenn er das nicht möchte – aber man braucht sich auch nicht gleich darüber zu alterieren, wenn andere das tun.

Das zweite Beispiel finde ich noch weit erschreckender: Samstagabend ist ein Mann im Wiener Prater ums Leben gekommen. Vermutlich im betrunkenen Zustand hatte er nach der Fahrt mit einem Hochgeschwindigkeitskarussell versucht, auf das bereits wieder fahrende Karussell aufzuspringen – er wurde vom Karussell erfasst und erlitt so starke Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Statt zu helfen regten sich Fahrgäste des Karussells auf, warum der Betreiber die Fahrt unterbrochen habe, dass man den Mann doch wegschaffen solle und sie ihre bereits bezahlte Fahrt vollständig konsumieren wollten. Ich finde es schockierend, wie wenig es diese Leute das Schicksal des jungen Mannes berührt hat. Lieber regten sie sich über Banalitäten auf – während dieser Mensch starb.

Da kann man sich echt nur fragen: In was für einer Welt leben wir eigentlich???

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